-Section: Archive - Zur Kritik des Fetischismus
Stephan Grigat - Zur Kritik des Fetischismus
Das Wort "Fetisch" stammt aus dem Portugiesischen, wo "feitico"
Zauber bedeutet. Die im Spanischen, Portugiesischen und Französischen daraus
entstandenen. Wörter bezeichnen Dinge wie Täuschungen, Fälschungen, Künstlichkeit,
Schminke oder auch Schmuck. Ein Fetisch ist ein Ding, dem unabhängig von seiner
realen Beschaffenheit Eigenschaften zugeschrieben werden, die es nicht von Natur
aus besitzt.
Beispielsweise ein Stück geschnitztes Holz, dem die Eigenschaft zugeschrieben
wird, Regen herbeizuführen. Auch wenn das Stück Holz diese Eigenschaft nicht
von Natur aus besitzt, so scheint sie ihm doch von dem Augenblick an natürlich
anzuhaften, von dem an es sich gesellschaftlich durchgesetzt hat, daß ihm diese
Eigenschaft zuerkannt wird. Die Menschen beginnen danach zu handeln und der
Fetisch wird gesellschaftlich wirksam.
Den Begriff des Fetisch hat Marx der ethnologischen Fetischismustheorie
entnommen. Er kannte Charles de Brosses Fetischstudie aus dem 18. Jahrhundert,
durch die der Fetischbegriff auch in Deutschland unter Mithilfe Goethes,
Wielands, Kants und Hegels in den allgemeinen Sprachgebrauch einging. Bezog sich
die Ethnologie auf den archaischen Fetischismus, nahm Marx das Wort auf, um ihn
als Metapher und Begriff zur Erklärung des Fetischismus in der Ökonomie zu
benutzen.
Nach Freud besteht der Fetischismus darin, einem materiellen Gegenstand
geheimnisvolle Macht zuzuschreiben und ihn zu verehren. Der von Marx
beschriebene Warenfetischismus unterscheidet sich aber von dem von Freud hauptsächlich
untersuchten Fetischismus in der Sexualität. Freud beobachtete, daß die Anhängerinnen
und Anhänger eines Fetischismus ihren Fetisch nicht als Leidenssymptom
empfinden und meist mit ihrem Fetisch recht zufrieden sind.[1] Voraussetzung dafür ist aber, daß der Gegenstand, dem die Fähigkeit zu
sexueller Stimulans zugeschrieben wird, als Fetisch erkannt wird. Es handelt
sich hier also um eine Form von bewußtem Fetischismus. Wesen und
Existenzbedingung des Warenfetischismus hingegen ist es, von den Individuen
nicht als solcher wahrgenommen zu werden. Für Marx war Fetischismus eine
gesteigerte Form des "groben Idealismus", der, ohne sich dessen bewußt
zu sein, "Dingen gesellschaftliche Beziehungen als ihnen immanente Bestimmungen
zuschreibt und sie so mystifiziert."[2]
Warenfetisch
Der Wert der Waren scheint den Dingen von Natur aus anzuhaften. Aber ebenso
wenig wie ein Stück Holz Regen herbeiführen kann, hat ein Ding von sich aus
Wert oder kann von Natur aus den Wert eines anderen Dings ausdrücken. Dafür
bedarf es, daß die Dinge zu Waren werden, und die Menschen den in der Warenform
existierenden Dingen natürliche Eigenschaften zuschreiben, die ihnen tatsächlich
nur auf Grund der sozialen Gegebenheiten anhaften. Der Fetischcharakter der
Waren besteht darin, daß "den Menschen die gesellschaftlichen Charaktere ihrer
eigenen Arbeit als gegenständliche Charaktere der Arbeitsprodukte selbst, als
gesellschaftliche Natureigenschaften dieser Dinge zurückgespiegelt (werden)."[3]
Der Wert der Waren ist nichts Reales insofern er nicht greifbar ist. Er
existiert nur auf Grund eines bestimmten gesellschaftlichen Verhältnisses der
Menschen. Seine Existenzform ist es, Ausdruck dieses gesellschaftlichen Verhältnisses von Menschen zu sein. Dennoch erscheint er den Menschen als etwas
außerhalb ihrer selbst Existierendes. Der Wert gibt sich den "Schein des
Ansichseins"[4] und beherrscht die Menschen, die sich der Logik des Werts
unterwerfen, da sie sie für natürlich halten. Das bedeutet, daß die sozialen
Verhältnisse in den Waren verdinglicht werden. Der Wert ist ein realerer Fetisch als das Holz. Auch wenn die gesamte
Gesellschaft den Holzfetisch anbetet, so wird er doch niemals die Eigenschaft
haben, Regen zu bringen. Die Menschen schreiben in diesem Fall einem bereits
existierenden Ding Eigenschaften zu, die es nicht hat. Anders beim Wert. Der
Wert existiert nur in den Vorstellungen der Menschen, die auf ihren alltäglichen
Erfahrungen beruhen. Aber gerade dadurch wird er real. Durch ihr Handeln als
warentauschende Individuen bestätigen die Menschen die Existenz des Werts täglich
aufs Neue und die Wirkungen des Wertgesetzes sind weltweit zu besichtigen. War
in vergangenen Gesellschaften die Huldigung von Naturfetischen eine "Form der Heiligung der nichtverstandenen Reichtumsbildung",[5] so
werden Wert und Geld in der kapitalistischen Gesellschaft als Darstellungsformen
des abstrakten Reichtums angebetet. Daß dieser abstrakte Reichtum wie auch
seine Darstellungsformen heute ebenso unbegriffen sind wie die Reichtumsbildung
in vorangegangenen Gesellschaften, zeigt sich schon am Unverständnis der
Menschen, daß die Produktivkraftentfaltung ihre Befreiung von der sie
beherrschenden Wertlogik ermöglichen würde, anstatt der Verewigung von
Ausbeutung und Herrschaft zu dienen.
Die im Warenfetischismus befangenen Individuen wollen ihre Waren miteinander
tauschen. Damit sie das können, müssen sie sich gegenseitig als Privateigentümerinnen und -eigentümer ihrer jeweiligen Waren anerkennen. Die
fetischistische Sichtweise wird so auf die Menschen ausgedehnt. Individuum und
Subjekt ist der Mensch in der bürgerlichen Gesellschaft nur, insofern er
Privateigentümerin oder -eigentümer von Waren ist, die sie oder er zum Tausch
anbietet. Im Austausch- und Produktionsprozeß treten sich die Menschen als
"ökonomische Charaktermasken", als "Personifikationen der ökonomischen
Verhältnisse"[6] gegenüber; eine Erkenntnis, die erstens
personalisierender Kapitalismuskritik von vornherein eine eindeutige Absage
erteilt, und die zweitens auf die Warenförmigkeit menschlicher Beziehungen in
Gesellschaften, die unter der Allmacht des Werts produzieren, hindeutet. Diese
Warenförmigkeit menschlicher Beziehungen ist den bürgerlichen Subjekten in
Einzelfällen, bei bestimmten Tauschtransaktionen bewußt. Sie manifestiert sich
aber nicht nur in Einzelfällen, sondern im tagtäglichen "normalen"
Verkauf von Arbeitskraft und reicht bis in freundschaftliche Beziehungen hinein.
Das Prinzip des Tauschs wird so universell, daß es menschliches Handeln
jenseits der Tauschlogik, beispielsweise das von Adorno angeführte Schenken in
seiner eigentlichen Bedeutung als "Glück in der Imagination des Glücks des Beschenkten",[7] kaum mehr geben kann.
In dieser totalitären Form, wo selbst alltägliche, scheinbar unbedeutende
Formen menschlichen Handelns vom Warenfetischismus beeinflußt sind,
unterscheidet sich dieser von allen vorausgegangenen Vergegenständlichungen und
Verschleierungen. Im Gegensatz zu früheren Fetischformen durchdringen der
Warenfetisch und die Verdinglichung des Bewußtseins, so sie einmal durchgesetzt
sind, tendenziell alle und alles. Das verdinglichte Bewußtsein ist richtig und
falsch zugleich. "Auf der einen Seite ist der Warenfetischismus Schein, auf der
anderen Seite und das zeigt die Übermacht der verdinglichten Ware über den
Menschen ist er äußerte Realität."[8]
Durch die allgemeine Anerkennung des Fetischs Ware wird dieser gesellschaftlich
wirksam. Dadurch erscheinen die objektiven Gedankenformen als praktisch richtig,
weil sie den täglichen Anforderungen an die Individuen entsprechen. Gleichzeitig
lassen sie sich als notwendig falsch erkennen, sobald die Wertform analytisch
auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zurückgeführt wird.[9]
Daß die gesellschaftlichen Verhältnisse falsch, verkehrt oder irrational sind, läßt sich nur von einem normativen Standpunkt aus behaupten, der eine
freie Assoziation freier Individuen propagiert. Daß die Vorstellungen von
dieser Gesellschaft wie sie im Warenfetischismus zum Ausdruck kommen, notwendig
falsch sind, läßt sich jedoch jenseits der normativ motivierten Kritik an der
Gesellschaft konstatieren. Aus der Theorie des Warenfetischismus läßt sich
eine radikale Gesellschaftskritik ableiten und begründen. Diese ist aber nicht
unmittelbarer Gegenstand dieser Theorie. Der Abschnitt über den
Fetischcharakter im Marxschen "Kapital" befaßt sich nicht vorrangig
mit der "Kritik an einer Gesellschaftsform", sondern mit der
"Kritik eines aus dieser Gesellschaftsform entspringenden (...) Bewußtseins."[10]
Geld- und Kapitalfetisch
Durch die Verkehrungen der Äquivalentform erscheint auch das allgemeine
Äquivalent als Fetisch. "Eine Ware scheint nicht erst Geld zu werden, weil
die anderen Waren allseitig ihre Werte in ihr darstellen, sondern sie scheinen umgekehrt allgemein ihre Werte in ihr darzustellen, weil sie Geld ist."[11]
Die Eigenschaft, den Wert aller anderen Waren ausdrücken zu können, die
Funktion, als allgemeines Äquivalent zu dienen, scheint die natürliche
Eigenschaft der zum Geld gewordenen Ware zu sein. Da die Werte
vergegenständlichte Arbeit repräsentieren und das Geld all diese Werte
ausdrücken kann, erscheint es als "unmittelbare Inkarnation aller menschlichen
Arbeit. Daher die Magie des Geldes."[12]
Die Verrätselung der hinter der verdinglichten Welt der Waren liegenden sozialen Beziehungen der Menschen ist mit dem Erscheinen des Geldfetischs
bereits fortgeschritten. Sein Ursprung und daher auch der Ort, an dem er entzaubert werden muß
ist das Rätsel des Warenfetischs. Die Verrätselung des Geldes nimmt zu mit der Veränderung seiner materiellen Gestalt. Seiner Entwicklung vom Metallgeld zum Papiergeld, die Marx bereits beobachten konnte, und seiner weiteren Transformation in Giralgeld, der Existenz des Werts in
Form maschinell gespeicherter Zahlen, entspricht eine zunehmende Mystifikation.[13] Je unwahrscheinlicher es ist, daß die materielle Form des
Geldes ein eigenständiger, willensbegabter sozialer Charakter ist, der beispielsweise von sich aus Krisen auslösen oder beenden kann, desto verbissener wird es von der
Ökonomie postuliert.
Seine endgültig mystifizierte Form erhält das Geld, wenn es sich in Kapital verwandelt. Zunächst einmal hat Geld die Funktion als Maß der Werte und als Zirkulationsmittel zu dienen. Als Zirkulationsmittel vermittelt es den
Austausch von zwei Waren. Eine Warenbesitzerin oder ein -besitzer veräußert
eine Ware gegen Geld und kauft mit diesem Geld eine andere Ware. Aber auch wenn diese
Zirkulationsform tagtäglich im Kapitalismus vollzogen wird, so ist sie doch nicht die Bewegungsform des Kapitals. Geld wird zu Kapital, wenn es mit der
Absicht in den Zirkulationsprozeß eingeht, am Ende als mehr Geld wieder hervorzukommen. Die Geldbesitzerin oder der -besitzer wird "als bewußter
Träger dieser Bewegung"[14] Kapitalistin oder Kapitalist. Die Personifikationen des
Kapitals kaufen mit ihrem Geld Waren, um sie später für mehr Geld zu
verkaufen.
Dazwischen liegt die Produktion, in der den Waren durch Verausgabung von Arbeit Wert zugesetzt wird. Geleistet wird diese Arbeit von den vom Kapital für
die Produktion gekauften Arbeitskräften. Damit die Kapitalistin oder der Kapitalist am Ende mehr Geld herausbekommt als sie oder er investiert hat, müssen
die Arbeitskräfte den Waren mehr Wert zusetzen als sie selber wert sind. Dieser Mehrwert kann sich dann im Verkauf der Waren in Geld realisieren.
Die Arbeitskräfte sind Waren und haben als solche einen Gebrauchs- und einen Tauschwert. Die Erscheinungsform des Werts der Ware Arbeitskraft, der
Arbeitslohn, verschleiert die mehrwertbildende Potenz der Arbeitskraft.[15]
Tatsächlich leisten die Arbeitenden in der Produktion unbezahlte Mehrarbeit.
Durch den Arbeitslohn verschwindet der Gegensatz von notwendiger und Mehrarbeit. Der
Schein des Äquivalententauschs zwischen Kapital und Arbeit bleibt aufrecht und die wertbildende Potenz wird dem Kapital zugeschrieben. Der Wert als
Kapital setzt seine Selbstverwertung in Gang. Als Kapital hat er "die
okkulte Qualität erhalten, Wert zu setzen, weil er Wert ist."[16] Der Wert
erscheint hier in der Form des Kapitalfetischs. Die mystifizierteste Form des Kapitalfetischs
ist die Form des zinstragenden Kapitals. Das produktive Kapital erscheint in
der Bewegung G-G´ nicht mehr. Auch wenn der Zins nur ein Anteil am in der Produktion durch die Aneignung fremder Arbeit produzierten Mehrwert ist,
scheint es doch so, als würde hier Geld mehr Geld produzieren.
Während der heute dem produktiven Kapital auf institutioneller Ebene
entsprechende Fetisch jener der Firma ist, entspricht dem zinstragenden Kapital
der Finanz- oder Börsenfetisch. Kaum eine Institution ist heute derart verklärt
wie die Börse. Für das fetischisierte Bewußtsein agieren an der Börse nicht Menschen, die bereits produzierten oder zu erwartenden Mehrwert aufteilen,
sondern die Börse selbst agiert und schafft scheinbar von sich aus Mehrwert.
Wenn das zinstragende Kapital die fetischisierteste Form der Erscheinung des Werts ist, wird deutlich, daß die Werttheorie nicht auf die ersten vier
Kapitel des ersten Bandes des Marxschen "Kapital" beschränkt bleibt.
Der Wert drängt in den Erscheinungsformen der Oberfläche der kapitalistischen
Gesellschaft zu seinem empirischen Dasein. Dementsprechend gehört zur auch hier
vertretenen These, "daß der Wert nur der gegenständliche Ausdruck einer
bestimmten Form von Gesellschaftlichkeit ist, (...) die theoretische Rekonstruktion der
Formen an der Oberfläche der bürgerlichen Gesellschaft."[17] Kostpreis,
Profit und die anderen Formen der Oberfläche müssen als "Weiterentwicklungen der
Bestimmung von Wert"[18] begriffen werden. An der Oberfläche der
Gesellschaft werden die Verhältnisse der kapitalistischen Produktionsweise in ihrer
fetischisiertesten Form ausgedrückt. Die Form dieses Ausdrucks sind die Revenuen und ihre Quellen in ihrer unvermittelten Erscheinung. Der Wert der Ware
Arbeitskraft hat sich in den Arbeitslohn verwandelt und erscheint als Preis der
Arbeit.
Der Mehrwert verwandelt sich in Profit. Im Verhältnis zu diesem erscheint das Kapital als "Verhältnis zu sich selbst.[19] Der Profit spaltet sich
auf in Unternehmergewinn und Zins, wobei im Zins auch die letzte im Profit noch
erkennbare Erinnerung an seinen Ursprung"[20] getilgt wird. Der Profit
verwandelt sich wiederum in Durchschnittsprofit und die Werte der Waren in Produktionspreise. Schließlich erscheint in der Form der Grundrente ein Teil
des Mehrwerts direkt aus der Natur zu entspringen, wodurch selbst noch der Boden zu einem
sozialen Charakter verklärt wird.
Erst in dieser "ökonomischen Trinität" der Verhältnisse von Kapital
zu Zins, von Boden zu Grundrente und von Arbeit zu Arbeitslohn, "ist die
Mystifikation der kapitalistischen Produktionsweise, die Verdinglichung der
gesellschaftlichen Verhältnisse (...) vollendet."[21] Auf dieser Ebene der
Verdinglichung, deren Grundlage der Fetischcharakter der Waren darstellt, entstehen neue
Formen des Fetischismus, die über den Bereich der Ökonomie hinausgehen und die
Gesellschaft in ihrer Totalität als mystifizierten Zusammenhang zeigen.
Man kann also durchaus sagen, daß die Theorie des Fetischismus zwar nicht
alle Aspekte der Marxschen Werttheorie er- und umfaßt, aber doch ihr zentrales und bisher gerne zugunsten einer etwas vulgären Ausbeutungstheorie
vernachlässigtes Element ist. Vor solch einem Hintergrund ist auch die
Unterscheidung in eine qualitative und eine quantitative Werttheorie fraglich. Mit ihr wird
in der Regel die Untersuchung quantitativer Austauschverhältnisse von der Analyse des Fetischismus und der Verdinglichung abgekoppelt, wobei letzteres
dann meistens ganz verschwindet. Sinnvoll ist die Unterscheidung in quantitatives
und qualitatives Wertproblem oder in quantitative und qualitative Werttheorie am ehesten in bezug auf den post-marxschen Marxismus und seine
Kritikerinnen und Kritiker, aber kaum in Anwendung auf das Marxsche Werk selbst.
Im Marxismus und der kritischen Literatur zu diesem findet sich tatsächlich jene
getrennte Behandlung, die Marx schon wegen seiner mit heutiger Terminologie als radikale Interdisziplinarität zu bezeichnenden Herangehensweise fremd war. Bei
der getrennten Behandlung einer quantitativen und einer qualitativen Werttheorie besteht die Gefahr, daß die gesellschaftskritische Qualität des
Marxschen Denkens aus dem Blick gerät. Besonders deutlich ist das
beispielsweise bei den Diskussionen um das Transformationsproblem geworden. Die Marxsche
Werttheorie wird dabei als eine Art Konkurrenzunternehmen zur bürgerlichen Nationalökonomie begriffen. Genau das geht aber nicht, da der Gegenstand der
Marxschen Kritik ein völlig anderer ist. Während in der bürgerlichen Ökonomie versucht
wird, die vorgefundenen Verhältnisse möglichst exakt zu berechnen, um sich als Subjekt entweder als Kapital einsetzendes oder als kapitalproduktives
Individuum zu betätigen, um zu unternehmen oder unternommen zu werden,
beschäftigt sich die Marxsche Werttheorie schon auf der Ebene der Ware nicht vornehmlich mit der Wertgröße, sondern mit der Wertform.[22]
Der Kern der Marxschen Gesellschaftskritik ist das nochmals zu betonen die
Theorie vom Warenfetisch als Grundlage einer allgemeinen Theorie des
Fetischismus in kapitalistischen Gesellschaften. Dies unterscheidet sie nicht
nur von der bürgerlichen Ökonomie, sondern auch von den meisten marxistischen
Werttheorien.[23]
Die Marxsche Werttheorie bringt zum Ausdruck, daß die Subjekte in der
bürgerlichen Gesellschaft als "tätige Produzenten ihrer Verhältnisse"
agieren, ihnen diese Verhältnisse aber dennoch "vorausgesetzt sind und sie von
ihnen beherrscht werden."[24] Die Menschen erscheinen ohnmächtig gegenüber den
von ihnen selbst produzierten Verhältnissen, da es sich um unbegriffene Verhältnisse
handelt.
Problem des Begriffs
Nun fragt sich, was man mit der Marxschen Fetischismustheorie anfangen kann. Zum einen stellt sich bei dieser Frage das prinzipielle Problem der
Möglichkeit von weitergehenden Ableitungen aus den Marxschen Kategorien, auf
das hier aber nicht weiter eingegangen werden soll.[25] Zum anderen stellt sich die
Frage, ob der Begriff des Fetischs heute nicht problematisch ist oder auch schon zu Marx Zeiten problematisch war. Baudrillard beispielsweise hat
gefordert, den Begriff des Fetischismus aufzugeben. Er begründet seine Forderung
erstens damit, daß der Begriff nach Marx nur mehr auf einer "summarischen
und empirischen Ebene" verwendet worden sei. Zweitens weise er ohnehin eine
gefährliche Konnotation auf, da er von Kolonialisten, Ethnologen und
Missionaren
"orchestriert" wurde. Drittens meine Fetischismus letztlich
"falsches Bewußtsein" und dieses setze das Phantom eines nicht entfremdeten Bewußtseins
voraus, was zu einer "Metaphysik der Rationalität" führe.[26]
Darauf läßt sich erwidern, daß es gilt, den Begriff gegen seine rein
empiristische Verwendung zu verteidigen und an der Marxschen qualitativen Form-
und Strukturanalyse festzuhalten und anzuknüpfen. Gegen das Argument, der
Begriff stamme aus einer kolonialistisch orientierten Ethnologie, das in
erweiterter Form auch von anderer Seite vorgebracht wird,[27] läßt sich anführen, daß
Marx bereits gezeigt hat, wie ein derartiger, bei seiner Entstehung durchaus auf
die Diffamierung von nicht in Europa lebenden Menschen zielender Begriff kritisch gewendet werden kann. In den aus dem Jahr 1842 stammenden
"Debatten über das Holzdiebstahlsgesetz" schreibt der junge Marx, die Einwohnerinnen
und -einwohner Kubas hätten das Gold für den Fetisch der spanischen Eroberer gehalten. "Sie feierten ihm ein Fest und sangen um ihn und warfen es dann
ins Meer."[28] Würden die "Wilden von Kuba" nach Europa kommen und
die dort geltenden Gesetze zum Eigentum kennenlernen, würden sie, so Marx weiter, auch Dinge wie
Holz oder zum Verzehr bestimmte Tiere für Fetische der dort Lebenden halten. Diese Ausführungen von Marx können nicht als Diffamierung des vermeintlich
primitiven Fetischkults der kubanischen Ureinwohnerinnen und -einwohner oder anderer nicht in Europa lebender Menschen verstanden werden, sondern stellen
eine frühe Kritik des bürgerlichen Eigentums und der aus ihm in Europa entspringenden Fetischformen dar.
Gegen Baudrillards dritten Kritikpunkt läßt sich nur schwer argumentieren,
da er einen bestimmten Begriff von "falschem Bewußtsein" impliziert,
der, wie Baudrillard selbst es nennt, die Analyse des "ideologischen
Arbeitsprozesses" und der "Strukturen der ideologischen Produktionsweise" ausschließt,
und der dem in dieser Arbeit verwendeten Begriff von "falschem Bewußtsein",
das, wie im ersten Teil dieser Arbeit ausgeführt wurde, immer auch richtiges Bewußtsein ist, nicht entspricht. Es kann ihm insofern mit seiner Kritik an der
Vorstellung eines nichtentfremdeten Bewußtsein recht gegeben werden, als die wissenschaftliche Kenntnis der Strukturen der Warenverhältnisse nicht
automatisch zur Tilgung des spontanen, notwendigerweise fetischistischen Alltagsbewußtseins
führt.[29] Baudrillards grundsätzlichem Angriff auf die
"abendländische Rationalität" ist allerdings mit Skepsis zu begegnen.
Soll der Begriff des Fetischismus weiter Verwendung finden, muß er vom alltäglichen Sprachgebrauch abgegrenzt werden. Im selbst immer fetischistischen
Alltagsbewußtsein wird unter Fetischisierung meist verstanden, daß etwas
überschätzt wird, daß einem Ding eine Bedeutung zugemessen wird, die es von
sich aus nicht verdient. Der Alltagsverstand weiß zwar nichts vom Geheimnis des
Geldfetischs im Marxschen Sinne, aber er kennt Geldfetischisten und -fetischistinnen. Diesen wird vorgeworfen, dem Geld eine übertriebene Rolle
zuzugestehen, es fälschlicherweise zum Mittelpunkt ihres Lebens zu stilisieren. Eine
grundsätzliche Kritik am allgemeinen Äquivalent beinhaltet dieses im
Alltagsbewußtsein verhaftete Verständnis des Fetischismus nicht. Der
Fetischbegriff im Alltagsgebrauch ist also affirmativ. Die Meinung, daß man etwas nicht
überschätzen solle, impliziert bereits, daß man es dennoch schätzen könne. Wenn vom Fetischismus im Marxschen Sinne die Rede ist, meint dieser Begriff
die unbegriffene Verdinglichung sozialer Verhältnisse, die in den Verkehrungen der politischen Ökonomie und ihrer alltagsbewußten Rezeption ihre
Grundlage hat, und die auf Grund der Anatomie der Gesellschaft im Bewußtsein der
bürgerlichen Subjekte notwendigerweise stattfindet und gesellschaftlich wirksam
wird.
Politikfetisch
Vor dem Hintergrund solch einer Fetischismustheorie kann man nun alle
möglichen erdenklichen gesellschaftlichen Phänomene und Zusammenhänge
analysieren
und auch die Marxschen Fetischbegriffe weiterentwickeln. Da gibt es dann den
Staats- und Nationsfetisch, einen nationalen und globalen Fetisch in der
Imperialismustheorie, einen ubiquitären Geldfetisch, den
Geschlechterfetischismus,
den Fetisch Religion, Fetischismus in der Werbung, im Rundfunk, im Fernsehen
oder eine besonders gefährliche Form des Fetischismus: den
Antisemitismus.[30] Hier soll abschließend der Begriff des Politikfetischs
diskutiert werden.
Politik war schon immer ein untaugliches Mittel zu allgemeiner und radikaler
Emanzipation. Die Unmöglichkeit revolutionär-emanziaptiver wie übrigens auch
reformistischer Politik in ihrer ursprünglichen Bedeutung liegt in der
Struktur nationalstaatlich verfaßter warenproduzierender Gesellschaften begründet.
Die materielle Grundlage der Politik ist der Erfolg des unter der Obhut
eines Staates produzierenden Kapitals. Der Staat hat die Grundlagen zur
erfolgreichen Kapitalakkumulation zu garantieren und möglichst zu verbessern.
Durch die Besteuerung des produzierten Mehrwerts und der Löhne eignet sich der Staat
seine materielle Grundlage an und erhält so die Möglichkeit zur Politik. Das
strukturelle Problem für emanzipative Politik besteht darin, daß der Staat,
sobald seine politischen Maßnahmen eine Quantität und Qualität annehmen, daß
sie tatsächlich als Beitrag zu einer Emanzipation verstanden werden könnten
und nicht mehr nur eine andere Verteilung des Elends bedeuten, sich tendenziell
selbst seine materielle Basis entzieht. Durch emanzipative Politik werden
die Möglichkeiten zur Kapitalakkumulation eingeschränkt. Die Masse des
Mehrwerts sinkt und konservative Politikerinnen und Politiker sowie Wirtschaftsführer
und -führerinnen behalten unabhängig von allem ideologischen und
strategischen Brimborium recht, wenn sie meinen, wo nichts ist, kann auch nichts>
verteilt werden.
Die strukturelle Problematik der Versuche emanzipativer Politik läßt sich
aber ebenso für Bereiche wie Rassismus und Sexismus aufzeigen. Wenn der durch
die Wirkungen des Wertgesetzes erzwungene Status der
"Minderwertigkeit", die
damit verbundene Tauschunfähigkeit und die daraus resultierende Ungleichheit
Hauptgründe für Rassismus und auch Sexismus sind, so ist es einerseits zwar
einleuchtend, wenn rassistisch oder sexistisch Diskriminierte auf ihre
Kapitalverwertbarkeit, ihre Produktivität und ihren Fleiß hinweisen und
normativ die
wertschaffende Potenz für real unproduktive, nicht wertschaffende Arbeit
einfordern. Andererseits wird damit aber immer jene Wert- und Warenlogik
reproduziert, die Menschen nach ihrer Verwertbarkeit sortiert, also in Wertvolle
und
Minderwertige einteilt und Gleichheit nur als Gleichheit der Warenbesitzer
und -besitzerinnen kennt.
Wenn die bürgerliche Gesellschaft strukturell antisemitisch, rassistisch und
sexistisch ist, und Staatsbürger und -bürgerinnen nur als
Nationalstaatsbürger und -bürgerinnen und somit nur als geborene
Nationalistinnen und Nationalisten zu haben sind,[31] ist emanzipative Politik auch in diesen
Bereichen
fragwürdig.
Von einem Politikfetisch läßt sich nun in dem Sinne reden, daß sich im
Denken der meisten reformistisch orientierten Linken ein unglaublich
idealistischer Machbarkeitsglaube manifestiert, dessen Grundlage die Annahme
ist, Politik
sei die maßgebliche und vor allem selbstbewußt gestaltende Kraft der
Gesellschaft. Nur muß man, wenn man vom Politikfetisch sprechen will, zweierlei
berücksichtigen. Erstens liegt der Rede vom Politikfetisch natürlich ein recht
enger Politikbegriff zugrunde, der zwar gerechtfertigt ist, aber noch nicht
explizit und ausreichend begründet von anderen Politikbegriffen abgegrenzt
wurde.
Zweitens muß berücksichtigt werden, daß in diesem Kontext der Fetischbegriff
eher im Sinne der Alltagssprache als Kennzeichnung einer Überschätzung,
einer Überbewertung gebraucht wird. Es fällt schwer, bei der Politik einen
ähnlichen Mechanismus aufzuzeigen wie beim Warenfetisch, der notwendigerweise
zu fetischisierter Reflexion gesellschaftlicher Wirklichkeit führt. Es geht auch offensichtlich um zwei verschiedene Dinge. Während im Warenfetischismus der
Glaube an die Naturhaftigkeit und Unveränderbarkeit sozialer Verhältnisse
erscheint, so drückt der Politikfetisch gerade den unreflektierten Glauben an
die
Veränderbarkeit sozialer Determination aus.
Nun stellt sich die Frage, ob es angesichts all dieses Fetischismus
überhaupt nicht mehr so etwas wie bewußte, gezielte Herrschaft und Unterdrückung
gibt. Mit dieser Frage wird der Widerspruch zwischen bewußtem politischem
Handeln
zur Durchsetzung von Kapital- und Staatsinteressen einerseits und dem
blinden Wirken der Wertgesetzlichkeiten und der Warenförmigkeit der
Gesellschaft
durch das im fetischistischen Bewußtsein begründete Handeln andererseits
thematisiert. Der scheinbare Widerspruch zwischen bewußter Aktion und blindem
Wirken des Wertgesetzes löst sich aber auf, wenn die ökonomische Verfaßtheit
der
Gesellschaft, ihre Warenförmigkeit, und der subjektive Wille zur politischen
Macht als gegenseitig abhängige, aber dennoch eigenständige Sphären begriffen
werden. Politische Machtverschiebungen oder Regelung, Kontrolle und
Reglementierung gesellschaftlicher Zusammenhänge sind keineswegs blinde
Prozesse. Sie
resultieren aus bewußten Strategien einzelner Machtgruppen. Dennoch läßt sich
auch von "subjektloser Herrschaft"[32] sprechen. Die Existenz
fetischistischen Bewußtseins ist in dem Sinne total, daß es nicht von einer
Klasse oder
gesellschaftlichen Gruppierung bewußt in die Welt gesetzt wird, sondern
tendenziell alle Subjekte in der entwickelten warenproduzierenden und
-tauschenden
Gesellschaft dieser falschen Reflexion gesellschaftlicher Wirklichkeit verhaftet
sind. Unbegriffenheit der inneren Bewegungsgesetze des Kapitalismus und
bewußte politische Handlungen zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus und seiner
politischen Rahmenbedingungen existieren also gleichzeitig.
Gegen letzteres kann und wird sich auch weiterhin eine Praxis richten, die
"linke Politik" genannt werden kann. Gegen ersteres hilft aber keine
Politik, sondern nur radikale Kritik, die sich verallgemeinern muß um zur
emanzipativen Praxis zu drängen. In der gegenwärtigen Situation ist die adäquate
Form
solcher Praxis vor allem theoretische Kritik, also Theorie als Praxis.
Fetischismus kann nicht durch Politik durchbrochen werden, sondern nur durch
Kritik, die die Funktionsweise, die Existenzbedingung und damit auch die
potentielle Vergänglichkeit des Fetischismus, der sich heute zunehmend nicht
mehr nur in der vergleichsweise nüchternen Form des Warenfetischismus, sondern
eher in der Form allgemeinen Wahns darstellt, aufzeigt. Politik kann lediglich
einen Beitrag zur Aufrechterhaltung oder Verbesserung der Möglichkeiten derartiger Kritik leisten.
Abschließend bleibt die Frage, was solch radikale Kritik in naher Zukunft zu
bewirken vermag. Das Kapitalverhältnis verschwindet nicht von selbst. Von
sich aus bricht der Kapitalismus nicht zusammen. Krisen, nicht nur
konjunkturelle, sondern auch strukturelle, bedeuten nicht sein Ende, sondern
sind ein
Teil seiner Existenzweise. Gegen die Zusammenbruchstheoretiker und
-theoretikerinnen verschiedenster Richtungen kann durchaus auf Ebermanns und
Tramperts in
Auseinandersetzung mit Robert Kurz formulierten Einwand hingewiesen werden:
"Wenn das Massenbewußtsein keine befreiende Gesellschaft für sich will
(...), kann es selbst nach einem Zusammenbruch des kapitalistischen Wertsystems
nur eines geben: Kapitalismus."[33]
Gerne wird von Wertkritikern und -kritikerinnen, die die Krise der
Arbeitsgesellschaft, das Ende der Politik, des Rechts und des Nationalstaats
konstatieren oder zumindest prognostizieren, darauf gehofft, daß mit diesen
Krisenerscheinungen auch die Fetische zusammenbrechen, die durch Arbeit, Staat
etc.
konstituiert werden und diese selbst mitkonstituieren, und daß so der Weg zur
Emanzipation frei werde. Wenn man aber davon ausgeht, daß die Welt heute in
stärkerem Maße mystifiziert und fetischisiert ist und dafür
spricht
einiges dann ist gerade in der allgemeinen Krise ganz anderes zu
erwarten
und auch bereits zu beobachten. Zum einen ist es möglich, daß angesichts der
Krise der modernen Fetische erneut auf vormoderne Formen des Fetischismus
vermehrt zurückgegriffen wird, was sich bereits im Boom vor allem neuer Formen
von Religiosität abzeichnet.[34] Zum anderen ist der weitere Rückgriff auf
Herrschafts- und Unterdrückungsideologien und -praxen, die gleichzeitig immer
auch fetischistische Reflexionen krisenhafter gesellschaftlicher Wirklichkeit
sind, wie Nationalismus, Rassismus, Sexismus und Antisemitismus zu erwarten.
Der Antisemitismus vollbringt, "die fetischistische Aufhebung des Kapitals
auf
der Grundlage des Kapitals",[35] oder, wie man auch sagen könnte, die
fetischistische Aufhebung des Fetischismus. Die Zunahme eines offenen
Antisemitismus, sowie das Aufkommen aller möglichen anderen Übel, ist derzeit
wahrscheinlicher als eine Aufhebungsbewegung, die mit dem Fetischismus bricht
und die
allgemeine Emanzipation verwirklicht. Das bedeutet jedoch nicht, daß man
resignieren muß, sondern vielmehr, daß man die Kritik des Fetischismus der
bürgerlichen Gesellschaft zwecks ihrer Überwindung stärker vorantreiben
sollte, wozu
der "Kritische Kreis" weiterhin einen gewissenhaften Beitrag leisten
kann.
Fußnoten:
[1] Vgl. Freud, Sigmund: Fetischismus. in: Pontalis, J.P. (Hg.): Objekte des
Fetischismus, Frankfurt/M. 1970, S 25
[2] Marx, Karl: Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie. in: Marx-Engels-Werke (MEW), Bd. 42, Berlin 1983 (1857-58), S. 588. Ein weiterer Unterschied zwischen dem Warenfetischismus und dem sexuellen Fetischismus ist, daß bei letzterem der Gebrauchswert im Mittelpunkt steht, während bei ersterem vomGebrauchswert weitestgehend abstrahiert wird. Vgl. Erchbrecht, Ulrich: DasGeheimnis des Fetischismus. Grundmotive der Marxschen Erkenntniskritik. Frankfurt M./Köln 1976, S. 113 f.
[3] Marx, Karl: Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band, Buch I: Der Produktionsprozeß des Kapitals. MEW 23, Berlin 1974 (1867), S. 86.
[4] Bolte, Gerhard: Von Marx bis Horkheimer. Aspekte kritischer Theorie im 19. und 20. Jahrhundert. Darmstadt 1995, S. 34
[5] Antifaschistische Liste Göttingen: Marxistische Fetischismustheorien. Eine Darstellung und kritische Betrachtung. Göttingen 1995, S. 117
[6] MEW 23, S. 100
[7] Adorno, Theodor W.: Minima Moralia. Reflexionen aus dem beschädigten Leben, Frankfurt/M. 1993 (1951), S. 82
[8] Theodor W. Adorno über Marx und die Grundbegriffe der soziologischen Theorie. Aus einer Seminarmitschrift im Sommersemester 1962. in: Backhaus, Hans-Georg: Dialektik der Wertform. Untersuchungen zur Marxschen Ökonomiekritik. Freiburg i.Br. 1997, S. 508
[9] Vgl. Haug, Wolfgang Fritz: Vorlesungen zur Einführung ins "Kapital". Berlin 1985, S. 171
[10] Heinrich, Michael: Kritik und Moral. Zur Diskussion um die normativen Grundlagen der Kritik der politischen Ökonomie. in: Beiträge zur Marx-Engels-Forschung. Neue Folge 2. Hamburg 1992, S. 91
[11] MEW 23, S. 107
[12] Ebd.
[13] Menzl, Gerhard: Der Fetischcharakter der Ware in der modernen Gesellschaft und seine Rolle in der Krise. Diplomarbeit, WU Wien 1988, S. 27
[14] MEW 23, S. 167
[15] Hier sieht man deutlich, daß es auch bei der Marxschen Mehrwerttheorie, bei der Theorie der Ausbeutung, um Verschleierungen und Mystifikationen geht.
[16] MEW 23, S. 169
[17] Bischoff, Joachim/Otto, Axel u.a.: Ausbeutung Selbstverrätselung Regulation. Der 3. Band des
"Kapital". Hamburg 1993, S.9
[18] Ebd., S. 39
[19] Marx, Karl: Das Kapital. Dritter Band. Buch III: Der Gesamtprozeß der kapitalistischen Produktion. MEW 25, Berlin 1973 (1894), S. 58
[20] Ebd., S 873
[21] Ebd., S. 838
[22] Vgl. Heinrich: Was ist die Werttheorie noch wert? Zur neuern Debatte um das Transformationsproblem und die marxsche Werttheorie. in: Prokla 72, Nr. 3, 1988, S. 32
[23] Vgl. Backhaus, Hans-Georg: Materialien zur Rekonstruktion der Marxschen Werttheorie 2. in: Gesellschaft. Beiträge zur Marxschen Theorie 3. Frankfurt/M. 1957, S. 122. Vgl. auch Backhaus, Hans-Georg: Die Irrtümer der nationalökonomischen Marx-Kritik als Grundmängel der nationalökonomischen Theoriebildung. in: Brentel, Helmut (Hg.): Gegensätze. Elemente kritischer Theorie. Frankfurt/M. 1996, S. 32
[24] Bischoff/Otto, a.a.O., S 38
[25] Vgl. dazu Grigat, Stephan: Kritik des Fetischismus. Die Marxsche Werttheorie als Grundlage emanzipativer Gesellschaftskritik. Diplomarbeit, Uni Wien, 1997, S. 45 ff.
[26] Vgl. Baudrillard, Jean: Fetischismus und Ideologie: Die semiologische Reduktion. in: Pontalis, a.a.O., S. 317
[27] Vgl. Einleitung der Herausgeberinnen. in: Fetisch Frau. Die Philosophin, Heft 13, 1996, S. 7, wo auch auf die ursprünglich sexistische Konnotation des Fetischbegriffs hingewiesen wird.
[28] Marx, Karl: Debatten über das Holzdiebstahlsgesetz. in: MEW 1. Berlin 1988 (1842), S. 147
[29] Vgl. Godelier, Maurice: Warenfetisch, Fetischismus, Magie und Wissenschaft im Marxschen Kapital. in: Pontalis, a.a.O., S. 305. Godelier weist an dieser Stelle darauf hin, daß die endgültige Tilgung dieses spontanen Alltagsbewußtseins "nicht einmal beim Forscher" stattfindet.
[30] Vgl. Grigat, a.a.O., S. 53 ff.
[31] Vgl. Bruhn, Joachim: Was deutsch ist. Zur kritischen Theorie der Nation, Freiburg i.Br. 1994, S. 92
[32] Vgl. Kurz, Robert: Subjektlose Herrschaft. Zur Aufhebung einer verkürzten Gesellschaftskritik. in: Krisis, Nr. 13, 1995, S. 17 ff.
[33] Ebermann, Thomas/Trampert, Rainer: Die Offenbarung der Propheten. Über die Sanierung des Kapitalismus, die Verwandlung linker Theorie in Esoterik, Bocksgesänge und Zivilgesellschaft. Hamburg 1996, S 64. Gegenüber Ebermanns und Tramperts Gewißheit, nach der derzeitigen Krise werde sich ähnlich wie nach dem 2. Weltkrieg wieder ein neues, relativ stabiles Akkumulationsregime etablieren können, ist allerdings Skepsis angebracht. Mit derartigen Zukunftsprognosen begeben sie sich auf dasselbe unsichere Terrain wie die von ihnen kritisierten Propheten und Prophetinnen der Endkrise.
[34] Vgl. Wölflingseder, Maria: Die Spirituellen, die aus der Kälte kamen. Analyse aktueller esoterischer, spiritueller und biologistischer Strömungen. in: Awadalla, El (Hg.): Heimliches Wissen unheimliche Macht. Sekten, Kulte, Esoterik und der rechte Rand. Wien/Bozen 1997, S. 181 ff.
[35] Scheit, Gerhard: Bruchstücke einer politischen Ökonomie des Antisemitismus. in: Streifzüge, Nr. 1, 1997, S. 7